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Flüssigkeitshaushalt und Getränke
Wasser hat für den Menschen die lebenswichtigste Bedeutung. Zum einen besteht der
Organismus zu 60 bis 70 % aus Wasser, zum anderen benötigt der Körper
Wasser, um u. a. die Stoffwechselprozesse und die Wärmeregulation
aufrechtzuerhalten. Für eine ausgeglichene Flüssigkeitsbilanz beträgt die
erforderliche Trinkmenge pro Tag etwa 1,5 Liter (Tab. 1). Dies entspricht täglich
2 Flaschen Mineralwasser. Kaffee und schwarzer Tee werden dabei nicht berücksichtigt,
da sie vor allem bei großen Mengen harntreibend wirken und zusätzlich
Mineralstoffe ausschwemmen.
Durchschnittliche Flüssigkeitsbilanz ohne körperliche Belastung pro Tag
| Flüssigkeitsaufnahme |
Flüssigkeitsabgabe |
| Trinkflüssigkeit |
1500 ml |
Harn |
1300 ml |
| Flüssigkeitsanteil in Speisen |
700 ml |
Stuhl |
200 ml |
| Flüssigkeit bei Stoffwechselprozessen |
300 ml |
Haut / Lunge
( Schwitzen / Abatmung ) |
1000 ml |
| Summe |
2500 ml |
Summe |
2500 ml |
Der Flüssigkeitsbedarf ist im Fußballsport erhöht. Durch Schwitzen gehen dem
Körper während des Trainings oder Spiels Wasser und Mineralstoffe
verloren, die der Spieler durch Trinken wieder ausgleichen muss. Der
Wasserverlust kann im Fußballspiel bis zu 3 Liter betragen oder unter
besonderen Umständen (z. B. schwüles Wetter, hohe Außentemperaturen)
sogar noch darüber liegen. Ein Flüssigkeitsdefizit wirkt sich
schneller leistungsreduzierend aus als jeder andere Nahrungsmangel. Bereits
ein Wasserverlust von 2 % des Körpergewichts verringert die Leistungsfähigkeit
um bis zu 20 %. Bei einem 70 kg schweren Spieler tritt ein Leistungsabfall
bei einem Flüssigkeitsdefizit von 1,4 Litern auf. Höhere Verluste (von 5 %
und mehr) können zu Muskelkrämpfen, Schwindel, Durchblutungsstörungen,
Kopfschmerzen, Atemnot sowie Hitzestau und Kollaps führen. Zur Vermeidung
eines Flüssigkeitsverlustes sollte der Spieler nicht erst trinken, wenn er
Durst hat. Das Durstgefühl tritt erst auf, wenn das Flüssigkeitsdefizit
bereits zu Leistungseinbußen führt. Für das Trinkverhalten können daher
folgende Empfehlungen gegeben werden
-
Schon vor dem Training/Spiel ausreichend trinken u Nach dem Aufwärmen 200—250 ml Flüssigkeit zuführen,
damit der Spieler nicht mit einem Defizit das Training/Spiel beginnt
-
Im Spiel jede Gelegenheit (alle 15—20 Minuten) nutzen, um 200—250 ml zu
trinken
-
Im Training zwischen einzelnen Übungs- oder Spielformen dem Spieler die Möglichkeit
geben, kleine Trinkmengen (200—250 ml) aufzunehmen
-
In der Halbzeitpause in kleinen Schlucken trinken und keine großen Flüssigkeitsmengen
auf einmal zu sich nehmen
-
Nach dem Training/Spiel ausreichend trinken
Die erforderliche Trinkmenge nach Training/Spiel kann der Spieler folgendermaßen
bestimmen: Vor und nach dem Training/Spiel wiegen, die Gewichtsdifferenz in
kg minus 1 kg ist die notwendige Flüssigkeitsmenge in Litern, die er zum
Ausgleich des Wasserdefizits mindestens trinken muss.
Zum Flüssigkeitsausgleich bieten sich verschiedene Getränke an:
Die Nahrungsmittelindustrie bietet eine Vielzahl dieser Elektrolyt-Energie-Getränke
an. Häufig werden sie auch als isotonische Durstlöscher bezeichnet. Sie
enthalten neben leicht verwertbaren Kohlenhydraten auch Mineralien- und
Vitaminzusätze. Dabei sollte berücksichtigt werden, dass der
Kohlenhydratanteil nicht über 8 % (80 g/l) liegt. Sonst wird durch eine
verzögerte Magenentleerung eine schnelle Resorption behindert. Zusätzlich
ist darauf zu achten, dass das Getränk neben zahlreichen Vitaminen und
Mineralien besonders auch Spurenelemente (z. B. Kupfer, Zink, Seien, Mangan)
enthält. Mineralwasser nicht jedes Mineralwasser eignet sich als Sportdrink im Fußball. Bei der Wahl des
Mineralwassers sind folgende Hinweise zu berücksichtigen:
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Natriumgehalt bis 1000 mg/l
-
Chloridanteil zwischen 400—600 mg/l
-
Magnesiumkonzentration zwischen 100—200 mg/l
-
Sulfatanteil weniger als 400 mg/l
Apfelsaftschorle
DieApfelsaftschorle ist ein ideales Getränk vor allem nach dem Training oder
Spiel. Neben enthaltenen Mineralien und Vitaminen wird besonders durch den
hohen Kaliumanteil die schnelle Wiederauffüllung der entleerten
Kohlenhydratspeicher in der Regeneration unterstützt.
Weitere Getränke
Auch handelsübliche Fruchtsäfte können im Fußball verwendet werden. Sie
enthalten neben Kohlenhydraten Vitamine und Mineralien. Je nach Geschmack
sollten die Fruchtsäfte aber mit Wasser gemischt werden (Verhältnis
Fruchtsaft zu Wasser gleich 1 : 4). Unverdünnte Säfte haben einen hohen Säureanteil
und können zu Magenbeschwerden, Aufstoßen oder sogar Erbrechen führen.
Reines Wasser ist zum Flüssigkeitsausgleich ungeeignet. Durch die fehlenden
Mineralien (besonders Natrium) und Kohlenhydrate verzögert sich die
Aufnahme im Darm. Dadurch gelangt das Wasser langsamer in den Organismus.
Ferner können große Trinkmengen zu einer lebensbedrohlichen Situation
(Wasservergiftung) führen.
Zuckerhaltige Getränke wie Cola und Limonaden wirken weder durstlöschend, noch enthalten
sie Mineralien und Vitamine. Demzufolge werden die aufgetretenen Wasser- und
Mineralienverluste nicht ausgeglichen. Ferner wird durch den hohen
Zuckergehalt (8—14 %) die angestrebte, schnelle Flüssigkeitsaufnahme verzögert.
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